ƒ Wisente

Tierische Wintervorbereitungen in Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide

 
m Winter fressen Wisente z.B. Zweige mit Trieben, wie diese spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina). Foto: Luisa Zielke
Langsam ziehen sie über die zunehmend winterliche Lichtung: Die Wisente in der rund 2.000 Hektar großen Wildniszone der Döberitzer Heide leben ganzjährig unter natürlichen Bedingungen. Eine Zufütterung findet dort nicht statt.
Bereits im Spätsommer beginnen Wisente, sich wärmenden „Speck“ für den bevorstehenden Winter anzufressen. In den lichten Eichenwäldern und Offenflächen der Wildniskernzone finden sie hierfür ausreichend Nahrung, z.B. Kräuter und proteinreiche Eicheln. Das im Herbst heranwachsende Winterfell schützt die Tiere zusätzlich vor kalten Temperaturen. Ziehen die ersten Herbststürme über die Döberitzer Heide, suchen die Wisente Schutz in dichten Wäldern. In den Wintermonaten fressen die Tiere vor allem Gräser, Zweige mit Trieben und Rinde verschiedener Gehölze, die sie auch unter einer dicken Schneedecke finden. Um Energie zu sparen, bewegen sich die Tiere im Winter weniger. Bei Schneestürmen stehen die Alttiere dicht beieinander und nehmen die Jungtiere schützend in ihre Mitte.
Die größten Landsäugetiere Europas waren ursprünglich auf dem gesamten Kontinent verbreitet und sind bestens an unsere klimatischen Bedingungen angepasst.
Dennoch waren sie Anfang des 20. Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgestorben. Vor allem die Zerstörung ihres Lebensraumes und die starke Bejagung führten dazu, dass nur 54 Tiere in Zoos und Wildparks überlebten. Aus zwölf Individuen baute man in den vergangenen rund 100 Jahren die heutige Population wieder auf. Heute gibt es weltweit wieder etwa 6.500 Wisente, die teils in Gehegen und Reservaten, teils in freier Wildbahn leben. Rund 90 dieser beeindruckenden Tiere sorgen in der Döberitzer Heide dafür, dass die wertvollen und unter Naturschutz stehenden Heideflächen offen bleiben. Die großen Pflanzenfresser erhalten damit einen wichtigen Lebensraum für mehr als 5.500 Tier- und Pflanzenarten.
Das Wildnisprojekt in der Döberitzer Heide bietet neben dem praktischen Naturschutz außerdem optimale Bedingungen, um das natürliche Verhalten von Wisenten zu untersuchen. Es liefert der Forschung interessante Ergebnisse für die weitere Erhaltung dieser Art.

 

 
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